Alles richtig machen beim Blutdruckmessen – so geht’s

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Schätzungsweise jeder dritte Deutsche hat zu hohen Blutdruck. Bis Mitte 40 erkranken mehr Männer, ab dem 50. Lebensjahr werden mehr Diagnosen bei Frauen gestellt. Viele Menschen wissen jedoch nichts davon, weil sich die Erkrankung häufig erst bemerkbar macht, wenn Schäden am Herz-Kreislauf-System, an den Nieren oder im Gehirn eingetreten sind. Unbehandelt ist die Hypertonie ein hohes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die Hälfte dieser Ereignisse wäre vermeidbar, wenn die Betroffenen ihren Bluthochdruck behandeln lassen würden. Seinen Blutdruck regelmäßig selbst zu messen, gehört also zur optimalen Gesundheitsvorsorge.

Nicht jedes Messgerät kann von der Deutschen Hochdruckliga empfohlen werden. Nur wer zuverlässige Werte liefert, bekommt ein Prüfsiegel verliehen. Welche Geräte das aktuell sind, kann undefinedhier eingesehen werden.

Doch auch mit einem geprüften Gerät, gilt es einiges zu beachten. So sollte man nicht direkt nach einer körperlichen Anstrengung wie zum Beispiel Treppensteigen messen, sondern vor jeder Messung fünf Minuten ruhig und mit dem Rücken angelehnt sitzen. Die Füße sollen nebeneinander auf dem Boden stehen. Bewegungen und Gespräche sollten während der Messung unterblieben. Die Blutdruckmanschette  sollte sich in Herzhöhe befinden, der Messarm soll locker liegen. Messen über Kleidung führt zu fehlerhaften Werten.

Zudem können diverse äußere Ereignisse, auch emotionale Belastungen, die Werte beeinflussen. Am bekanntesten ist sicher der so genannte „Weißkitteleffekt“, der den Blutdruck allein beim Anblick eines Arztes oder einer Schwester um bis zu 22 mmHg beim oberen Wert und bis zu 14 mmHg beim unteren Wert steigen lassen kann. Auch wer zur Toilette muss, hat höhere Werte als normal. Sogar kalte Zugluft lässt den Blutdruck um bis zu 11 bzw. acht mmHg steigen.

Unter klinischen Bedingungen, zum Beispiel bei Narkosen, kann der Blutdruck invasiv, über einen in eine Arm- oder Beinarterie eingebrachten Katheter gemessen werden. Die hier beschriebene indirekte Methode misst den arteriellen Druck an einer Extremität, meist am Arm. Sie liefert etwas weniger genaue Werte als die direkte Messung, ist dafür aber leicht, schnell, ungefährlich und kostengünstig realisierbar.

Was wird überhaupt gemessen? Zwei Werte werden bei der Blutdruckmessung festgestellt. Der obere (systolische) misst den Druck, während das Blut aus der sich zusammenziehenden linken Herzkammer ausgeworfen wird. Ist der Herzmuskel erschlafft, fällt der Druck – der untere (diastolische) Wert kann gemessen werden. In der EU wird der Blutdruck mit mmHg angegeben. Die Einheit steht für Millimeter-Quecksilbersäule.

Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg. Als normal gelten Werte unter 135/85. Von einem leichten Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn die oberen Werte zwischen 140 und 159 mmHg, die unteren zwischen 90 bis 99 mmHg liegen. Will der Arzt den Schweregrad einer arteriellen Hypertonie diagnostizieren, lässt er eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden durchführen und aufzeichnen. Beim Präventionsangebot undefinedSchlaganfallvorsorge für Privatkunden von Epidaurus ist diese Leistung bereits inkludiert. (dm)

Foto: ©Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®

Der Welt Hypertonie Tag 2016 steht unter dem Motto „Blutdruck in Bewegung“.