Herz-CT nicht besser als Ergometrie und Stressechokardiografie

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Wer Brustschmerzen hat, möchte wissen, woher die Beschwerden stammen. Um eine koronare Herzerkrankung auszuschließen, führen Kardiologen entweder eine Ergometrie oder eine Stressechokardiografie durch. Beide Verfahren sind nichtinvasiv. Bei ersterem wird die Herzleistung bei unterschiedlichen Belastungsstufen auf dem Fahrrad gemessen. Bei einer Stressechokardiografie wird während zunehmender Belastungen mit Ultraschall nach Veränderungen am Herzen gesucht.

Die koronare Computertomografie als anatomisches Bildgebungsverfahren als dritte Methode hat sich zwar etabliert, war jedoch in puncto klinischer Bedeutung und Mehrwert für den Patienten bis jetzt nicht wissenschaftlich untersucht worden. Darauf weist die Fachzeitschrift undefinedCardioVasc in ihrer Juni-Ausgabe hin.

Eine im Original  in undefinedThe New England Journal of Medicine veröffentlichte randomisierte Studie mit über 10.000 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung bestand, zeigte, dass „die koronare Computertomografie entgegen der Studienhypothese keine klinischen Vorteile gegenüber einer nicht invasiven Stufendiagnostik aufweist.“

Angesichts der höheren Strahlenbelastung kommen die Verfasser zu dem Schluss, dass eine Gefäß-Computertomografie bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung nicht besser als die konventionelle Diagnostik ist und dem Patienten keinen Mehrwert bringt.

Dr. med. Carsten Nolte, Kardiologe und Ärztlicher Leiter von Epidaurus, merkt an: „Technische Untersuchungen werden in ihrer Effizienz verglichen. Nicht untersucht wurde die diagnostische Qualität im Zusammenspiel von Anamnese und Kombination aus Untersuchungstechniken und unterschiedlichen Fachdisziplinen, wie sie bei Epidaurus alltäglich sind und die zu einer deutlich valideren und kostengünstigeren Diagnostik und fokussierter Therapie führen.“

So werden in diversen diagnostischen Zentren vorhandene Untersuchungstechniken gezielt nicht angewendet. Die vermeintlich zum Wohle der unwissenden Patienten stattdessen praktizierten teureren Untersuchungen werden dann Privatpatienten und Kassen in Rechnung gestellt.

Der wirtschaftliche Aspekt ist also auch gesamtwirtschaftlich bedeutend. Die Gebührenordnung für Ärzte sieht für ein EKG mit Ergometrie eine Grundgebühr (alle Positionen ohne Steigerungsfaktor) von 25,94 Euro vor. Für Echokardiografien fallen je nach Verfahren zwischen 11,66 und 40,80 Euro an. Ein CT von Hals und Brust kostet 134,06 Euro, zuzüglich etwaiger Kontrastmittelgaben.

„Hinzu kommt, dass die eigentlich so simple Fahrrad-Ergometrie trotz Leitlinien unterschiedlich durchgeführt wird“, sagt  Dr. med. Carsten Nolte. Er betont: „Eine Belastung auf dem Ergometer entspricht nicht der täglichen Belastung. Menschen gehen oder laufen. Eine Ergometrie auf dem Laufband und eine rhythmologische Nachbeobachtung von fünf bis sechs Minuten erhöhen die diagnostische Aussagekraft aufgrund höherer Belastungsstufen, wie sie im täglichen Leben vorkommen, erheblich.“

Bei Epidaurus können sowohl Ergometrien als auch Stressechokardiografien sowie weitere diagnostische, nichtinvasive Verfahren durchgeführt werden.

Foto: Cover der CardioVasc-Juni-Ausgabe 2015