Mit Bewegung schnell, schlank und fit

Nein, sie kann gar nicht dick werden: Epidaurus-Sportärztin Dr. med. Konstanze Friedrich läuft und läuft. Beim Stadtranglistenlauf über 5 Kilometer im Heinz-Steyer-Stadion am 18. Mai kam sie (wieder) als schnellste Frau ins Ziel. Punktgenau am Europäischen Adipositas-Tag bewältigte sie zwölfeinhalb Runden á 400 Meter in 19 Minuten und 25 Sekunden, dicht gefolgt von der Zweitplatzierten Anne Röhnert.

Laut undefinedDeutscher Adipositas Gesellschaft ist bereits jeder zweite Erwachsene übergewichtig und jeder fünfte adipös. Von Adipositas (auch Fettsucht genannt) spricht man, wenn die Körpermasse durch Depotfett mehr als 20 Prozent über dem Normalgewicht liegt oder wenn der Body-Maß-Index größer als 30 ist. Häufigste Gründe sind Überernährung und Bewegungsmangel.

Der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Stand 2014) ist zu entnehmen, dass die Sachsen infolge Adipositas bei der durchschnittlichen Krankenhausverweildauer mit 23 bis unter 32 Tagen im Mittelfeld liegen. Statistisch gesehen ist Berlin mit 36 Fällen pro 100.000 Einwohner unrühmlicher Spitzenreiter. Die Bayern verweilen mit 17 Tagen am kürzesten wegen Überernährungsfolgen in der Klinik.

Dr. Konstanze Friedrich hat auch über Adipositas promoviert. Sie verglich, wie sich eine kalorienreduzierte, kohlenhydratarme und fettarme Kost auswirkt, wenn sie mit einem Bewegungsprogramm kombiniert wird. Sowohl bei der fettreduzierten als auch bei der kohlenhydratarmen Kost besserten sich innerhalb von drei Wochen Körpergewicht, Körperfett und Bauchumfang. Bei den Menschen, die wenige Kohlenhydrate verzehrten, nahm das Bauchfettgewebe mehr ab als bei der fettreduzierten Diät. Außerdem besserten sich die Triglyzerid-Werte im Blut. Bei beiden Kostarten reduzierte sich das Gesamtcholesterin deutlich. Ein weiterer Effekt war, dass bei Konsumenten der fettarmen Kost das Insulin besser verwertet wurde. Ebenfalls positiv: bei allen Teilnehmern, die das Programm innerhalb einer dreiwöchigen Rehabilitation durchführten, stieg die körperliche Leistungsfähigkeit an.

In ihrer undefined2011 an der Universität Ulm verteidigten Doktorarbeit kam Dr. Friedrich zum Schluss, dass beide Kostformen für die Therapie der Adipositas geeignet sind. In der Arbeit kristallisierte sich jedoch die körperliche Bewegung als Haupteinflussfaktor zur Gewichtsreduktion heraus. Die Ärztin regte an, zu überprüfen, ob und wie nachhaltig sich ein dauerhaft verändertes Ernährungs- und Bewegungsverhaltens auswirkt.

Foto: © René Nicolai (sporting moments)