Plausibel: lange Arbeitszeiten schaden der Gesundheit

Wer 55 Stunden und mehr pro Woche arbeitet, hat ein um rund ein Drittel erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden bzw. ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Zu diesem Schluss kam der Epidemiologe Mika Kivimäki vom University College London bei der Auswertung zahlreicher Studien. In den heute im undefinedLancet veröffentlichten Analysen wurden Daten von über 1,1 Million Menschen aus Europa, den USA und Australien aus Beobachtungszeiten zwischen sieben und achteinhalb Jahren berücksichtigt. Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität sowie Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte flossen nicht in die Berechnungen ein. Je länger gearbeitet wurde, umso mehr erhöhte sich das Risiko. Dass (zu) lange Arbeitszeiten gesundheitsgefährdend sein können, begründen Forscher unter anderem mit häufigem Bewegungsmangel und Stress.

In der undefinedEuropäischen Union gilt – mit Ausnahmen für bestimmte Tätigkeitsbereiche – eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. Länderspezifisch können eigene Regelungen getroffen werden. Diese müssen allerdings sicherstellen,

  • dass einem Arbeitnehmer je 24-Stunden-Zeitraum eine Mindestruhezeit von elf zusammenhängenden Stunden zusteht
  • nach sechs Stunden eine Pause gewährt werden muss
  • je Siebentageszeitraum ein freier Tag (genau 24 Stunden) vorgesehen ist
  • die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden einschließlich der Überstunden nicht überschritten wird
  • ein bezahlter Mindestjahresurlaub von vier Wochen gewährt wird.