„Servieren Sie starke Knochen lebenslang“ – Warum Osteoporose alle angeht

Osteoporose

„Ein großes Glas entrahmte Milch, eine dicke Scheibe Emmenthaler und einen kleinen Becher fettarmen Joghurt“, empfehlen Ernährungswissenschaftler, um die für Erwachsene empfohlene Kalziummenge von 1.000 Milligramm zu sich zu nehmen. Für unsere Knochen ist Kalzium lebensnotwendig, ja sogar das wichtigste Element. Wer zudem ausreichend Vitamin D und K, Eiweiße sowie Magnesium, Zink und Carotinoide verzehrt, beugt dem sogenannten Knochenschwund optimal vor.

Bis zum 30. Lebensjahr wird Knochenmasse aufgebaut, danach geht sie zurück. Verliert der Körper zu viel Knochensubstanz, steigt die Wahrscheinlichkeit von Knochen- und Wirbelbrüchen. Die Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Bei älteren Frauen spricht man teilweise heute noch vom „Witwenbuckel“, der sich durch eine Verkrümmung der Wirbelsäule infolge Wirbelkörperschäden äußert. Schätzungsweise 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer über 50 Jahre sind in Deutschland betroffen. Bei sehr vielen Menschen wird die Diagnose allerdings erst nach einer Fraktur gestellt. Am häufigsten treten Wirbelkörperbrüche und Hüftfrakturen auf. Unfallchirurgen versorgen jährlich rund eine halbe Million Verletzungen infolge von Osteoporose. Mehr als die Hälfte dieser Patienten ist anschließend im Alltag eingeschränkt. Viele bleiben pflegebedürftig.

Die Weltgesundheitsorganisation zählt Osteoporose nicht nur zu den zehn wichtigsten Erkrankungen, sie hat 1998 auch den zwei Jahre zuvor von einer englischen Aktivistin ins Leben gerufenen undefinedWelt-Osteoporose-Tag anerkannt. In diesem Jahr findet er am 20. Oktober unter dem Motto: „Servieren Sie starke Knochen lebenslang“ statt. Ziel ist die umfassende Aufklärung über Prävention, Therapie und Rehabilitation von Osteoporose. Aktuell erhält nur jeder fünfte betroffene Patient eine medizinisch adäquate Behandlung.

Nicht erst im Alter lässt sich eigenverantwortlich vieles für die Knochengesundheit tun. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung gehören unbedingt dazu. Da jeder Mensch individuelle Krankheitsrisiken hat, empfehlen sich regelmäßige ärztliche Checks. Angesichts des Trends zu vegetarischer oder veganer Ernährung sowie der Zunahme von Intoleranzen sind immer öfter Alternativen gefragt. So könnten „Vegetarier ersatzweise eine große Portion Broccoli-Gemüse, Blumenkohlsalat mit Kräuterdressing, zwei Gläser Sojamilch und eine Handvoll getrocknete Feigen“ täglich zu sich nehmen, um die empfohlene Kalziummenge aufzunehmen.

Osteoporose ist nicht nur eine Erkrankung für Orthopäden. Alle medizinischen Fachrichtungen können dazu beitragen, dass Betroffene ordnungsgemäß behandelt werden. So spielen bei Frauenärzten und  Stoffwechselexperten beispielsweise Hormonbehandlungen eine wichtige Rolle. Hausärzte und Internisten können mit Atembeschwerden nach Wirbelbrüchen konfrontiert sein. Kardiologen sind gefordert, wenn bei Bluthochdruck oder koronarer Herzkrankheit bestimmte Medikamente (Kalziumantagonisten) verordnet werden (sollen). Ernährungsmediziner empfehlen passende Kostvarianten. Physio- und Körpertherapeuten sowie Trainer müssen auf körperliche Besonderheiten eingehen können.

Im Epidaurus-Team können undefinedpräventive Leistungen wie eine orthopädische Vorsorgeuntersuchung ebenso gebucht werden wie eine Ernährungsberatung und/oder andere undefinedgesundheitsfördernde Leistungen.

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Tanzen macht auch mit Osteoporose-bedingten Bewegungseinschränkungen Spaß. Diverse Anbieter haben Übungskurse zur Sturzprophylaxe im Programm.